Digitalisierung – Mensch und Maikäfer

05.09.2018

Digitalisierung ist ein hervorstechendes Merkmal der Entwicklung physikalisch / chemisch basierter Technologien. Die zunehmend isolierte Komplexität dieses "Fortschritts" beruht auf der vorteilsstrebigen Eigenschaft und auf der allgemeinen Neugier des einzelnen Menschen als auch auf seiner Neigung, sich zur Erlangung seiner Ziele freiwillig in sozialen Gebilden zu vernetzen. Allerdings ist Ihm unzulänglich bewusst, was er mit seinem Tun bewirkt und welchen Rückwirkungen er sich aussetzt.

Physikalisch technologische Systeme entziehen sich zusehends der Kontrolle ihrer Urheber und wären nur unter katastrophalen Bedingungen reversibel, wenn überhaupt ein Denken über Umkehr sinnvoll ist. Die Herausforderung zur Weiterentwicklung entsteht in den Systemen und dies infolge der Isolierung ohne Berücksichtigung von Schäden in ihrem Umfeld. Gleichzeitig erfordert diese Herausforderung immer wieder weiterentwickelte Instrumentarien für die Werkzeugkiste der eingebundenen Menschen. 

Aber was geschieht in der menschlichen Gesellschaft im Übrigen?

Sieht man pessimistisch in die Zukunft, dann türmt sich eine gewaltige Welle auf, die insbesondere die sogenannten entwickelten Länder überschwämmen wird, in denen der psycho-soziale Zustand der Menschen keine Abwehr ermöglicht, weil viele der natürlichen Regularien durch Kriege, Vergiftung oder Ausgrenzung verloren sind, ohne dass sich die Erkenntnis dessen im Bewusstsein artikuliert hat. Das Abwandern in überlieferte Räume ist die Folge. Wenn aber eine Entsprechung zur physikalisch-technologischen Situation nachgeholt werden soll, dann muss sich folglich vieles ändern - die Wirtschaft, die Politik, die Stellung des Menschen im Gemeinwesen. Das sind enorme Anstrengungen!

Technologie kann auch auf die psycho-soziale Entwicklung angewendet werden, wenn ökologisch bestimmte Inhalte zur Maxime erhoben werden. Noch verharren Wirtschaft und Politik im Denken des 19. Jahrhunderts, aber der Anspruch aus der Gesellschaft zielt zunehmend ab auf nachhaltige Ergebnisse als auf kurzfristig wirtschaftliche Erfolge. Also sprechen wir ruhig und deutlich von sozialer Transformation, die ebenso wie die technologische ihre Mittel einfordert - in Bildung, in Kultur, in Sport, in betriebliche Ethik, in Umweltpflege, in ein würdig integriertes Pflanzen- Tier- und Menschendasein - in ein letztlich sozial-technologisches und ökologisches Gemeinwesen.